Die zentrale Vorschriften bei grenzüberschreitenden Erbschaften ändern sich mit Inkrafttreten der neuen Europäischen Erbrechtsverordnung (EU-ErbVO) 

Bisher galt für deutsche Staatsbürger das deutsche Erbrecht. 

Für Todesfälle, die sich ab dem 17. August 2015 ereignen, gilt – zunächst – das Recht des Staates, in dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte.

Deutsche, die sich für längere Zeit im Ausland aufhalten, sind betroffen. Für sie gilt dann zunächst nicht mehr das deutsche Erbrecht – sondern das ausländische.

Wer als deutscher Staatsbürger will, dass für ihn weiterhin deutsches Erbrecht gilt, der muss dies explizit in einer Verfügung von Todes wegen kundtun.​​

Das italienische Erbecht spielt immer dann eine Rolle, wenn der Erblasser  im Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Italien hatte und die Rechtsordnung deutsches Erbrecht für anwendbar nicht erklärt hatte. 

Italienisches Recht regelt das gesetzliche Erbrecht der Hinterbliebenen wie folgt (Hauptfälle):

Hinterlässt der/die Verstorbene einen Ehegatten und ein Kind, erben diese je zur Hälfte.

Sind neben dem Ehegatten mehrere Kinder vorhanden, erbt der Ehegatte ein Drittel und die Kinder (zu gleichen Teilen) zwei Drittel.

Sind keine Kinder vorhanden, sondern Geschwister oder Eltern neben dem Ehegatten, erbt der Ehegatte zwei Drittel und ein Drittel die Geschwister und/oder Eltern (diese dann zu gleichen Teilen).

Italienisches Pflichtteilsrecht, welches bei Vorliegen eines Testaments zu berücksichtigen ist, ist sehr stark ausgestattet: Ist ein Kind allein vorhanden, hat es Anspruch auf die Hälfte des Erbes.

Das gleiche gilt auch für einen Ehegatten (ohne Kinder).

Mehrere Kinder haben (zu gleichen Teilen) Anspruch auf zwei Drittel.

Ehegatte und mehrere Kinder haben Anspruch auf ein Viertel (Ehegatte) und die Hälfte (Kinder).

Sind neben dem Ehegatten nur die Eltern des Erblassers vorhanden, beanspruchen der Ehegatte die Hälfte und die Eltern ein Viertel.

Geschwister des Erblassers haben keinen Pflichtteilsanspruch.

Anders als im deutschen Recht ist der Pflichtteilsanspruch ein realer Anspruch auf das Erbe, nicht lediglich ein Ersatzanspruch gegen den testamentarischen Erben in Form einer Geldforderung.

Das in Deutschland beliebte "Berliner Testament" (wechselseitige Erbeinsetzung von Ehegatten mit Regelung des Erbes nach dem Tod des zuletzt Versterbenden, geregelt in einer einzigen Urkunde) widerspricht dem italienischen Erbrecht mit der Folge der Unwirksamkeit.

Auch der Erbvertrag ist dem italienischen Recht fremd.

Wir beraten Sie zum Thema italienisches Erbrecht und vertreten Ihre Interessen beim Erbantritt in Italien, also z.B. bei der Übertragung einer geerbten Immobilie vom Erblasser auf die Erben, beim Zugang zu Bankkonten, sowie bei der Erledigung der steuerlichen Obliegenheiten in Italien.

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Gianluca Perencin