In Italien belegene Erbschaftsgegenstände unterfallen der italienischen Erbschaftssteuer.

 

Die Erbschaft wird abgestuft nach dem Grad der Beziehung des Erben zum Erblasser unter Berücksichtigung von Freibeträgen mit Steuersätzen zwischen 4% und 8 % besteuert.

Hinsichtlich der Bewertung der Erbschaft gilt, dass vererbte italienische Staatsanleihen nicht bewertet werden, Aktien und Unternehmensanteile zum Buchwert, ein Firmenwert jedoch ausgenommen wird.

 

Für die Vererbung von Unternehmensanteilen gilt, dass diese für erbende Kinder steuerfrei sind, sofern diese die Mehrheit im Unternehmen halten und das Unternehmen mindestens 5 Jahre fortgeführt wird.

 

Der überlebende Ehegatte und die direkten Nachkommen (Kinder, oder falls diese verstorben sind, die Enkel) haben pro Erbe einen Freibetrag von € 1.000.000. Das darüber hinaus gehende Erbe wird mit 4 % besteuert.

 

Verwandte bis zum 4. Grade, Geschwister des Erblassers oder Verwandte in der Nebenlinie bis zum 3. Grade zahlen 6 % Erbschaftssteuer, wobei die Geschwister noch einen Freibetrag haben (€ 100.000,--)

Sonstige Erben sind mit einer Erbschaftssteuer von 8 % belastet.

Für die Vererbung von Immobilien gelten es folgende Sonderregelungen:

Die Umschreibung der Immobilie auf den Erben fallen - ggf. zusätzlich zur Erbschaftssteuer - 3% Hypothekar- und Katastersteuer an, berechnet aus dem Katasterwert, der oftmals tatsächlich nur ein Drittel des Verkehrswertes beträgt. Wird die vererbte Immobilie Erstwohnsitz des Erben, wird stattdessen eine pauschale Abgabe von lediglich € 168 erhoben.

 

Der Erbfall muss innerhalb einer Frist von einem Jahr ab dem Zeitpunkt des Todesfalls bei der zuständigen Erbschaftssteuerbehörde (zuständig ist die Behörde am letzter Wohnsitz des Erblassers, oder, falls dieser nicht in Italien lag, die Zentrale Behörde in Rom) gemeldet werden. Die Umschreibung einer Immobilie auf Erben ist nur möglich, wenn die Erbschaftsmeldung erfolgt und die Steuer bezahlt ist. Erfolgt die Meldung verspätet, wird eine Strafsteuer bzw. ein Verspätungszuschlag fällig in Höhe von 10% der geschuldeten Steuern. 

 

Steuerhoheit:

Sind Erblasser und Erbe Inländer (= wenn Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland liegen, oder sich ein deutscher Staatsbürger nicht länger als 5 Jahre vor dem Erbfall im Ausland aufgehalten hat), so unterliegt der gesamte Nachlass der deutschen Erbschaftssteuer, also auch das ererbte ausländische Vermögen. Liegen die Voraussetzungen für die Inländereigenschaft weder in der Person des Erblassers, noch des Erben vor, ist die Besteuerung nach deutschem Erbschaftssteuerrecht auf das in Deutschland belegene Vermögen beschränkt. Grundsätzlich hat jeder, der etwas aus dem Nachlass erhält, die Pflicht den Anfall der Erbschaft innerhalb von drei Monaten dem Finanzamt anzuzeigen.

Darüber hinaus unterliegt die in Italien belegene Erbschaft eines in Deutschland wohnhaften Erblassers der italienischen Besteuerung, wie oben beschrieben. Es ist daher möglich, dass die italienische Steuer mit der deutschen zusammentrifft und dadurch insgesamt eine höhere Steuer anfällt.

Eine Erbplanung ist daher zur Vermeidung von sehr gravierenden finanziellen Nachteilen notwendig, wenn grenzüberschreitendes Vermögen vorhanden ist!

 

Im Erbfall sorgen wir dafür, dass alle steuerlichen Formalitäten in Italien richtig erledigt werden und die Umschreibung einer zur Erbschaft gehörenden Immobilie auf die Erben erfolgt.

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Gianluca Perencin